Für den Kinderschutzbund Koblenz hatte und hat der Schutz der Kinder stets oberste Priorität.

Umso schockierender war die Erkenntnis, als sich Ende Juni 2020 Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter, wegen des Verdachts, des Besitzes und Verbreitens von Bildmaterial, welches sexuelle Gewalt an Kindern darstellt, offenbarten.

Inzwischen ist die Anklage gegen den Beschuldigten zugelassen und die Hauptverhandlung erfolgt am 15.07.2021 vor dem Amtsgericht Koblenz gegen den ehemaligen Mitarbeiter. Dieser hatte auch eine private Praxis als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat er die Taten eingeräumt.

Es wurde für alle im Team bittere Realität, eine Person mit pädokriminellen Motiven als Kollegen und Mitarbeiter in den Reihen gehabt zu haben.

Die Aufarbeitung dieser Tatsache wurde direkt im Anschluss an die fristlose Entlassung des Angestellten begonnen, auch mit Hilfe der externen Fachberatungsstelle Zartbitter e.V. in Köln.

Die enge Zusammenarbeit mit der Ermittlungsbehörde und detaillierte interne Auswertung der Akten rechtfertigt zum jetzigen Zeitpunkt die Annahme, dass die strafbaren Handlungen ausschließlich im privaten Rahmen stattfanden. Dennoch war und bleibt es eine Aufgabe für alle im Team, „die Anwesenheit des abwesenden Täters“ zu verarbeiten. (Ursula Enders, Zartbitter e.V. Köln)

Für den Kinderschutzbund Koblenz ist es daher auch von großer Wichtigkeit, dass die Verhandlung zu einem Berufsverbot für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien führt. Dem Schutz vor sexuellem Missbrauch verschreibt sich das gesamte Team des Kinderschutzbundes Koblenz uneingeschränkt mit allen Haupt- und Ehrenamtlichen. Besonders das Koblenzer Präventionsprogramm des Kinderschutzbundes zum Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt gewinnt an zunehmender Wichtigkeit. Prävention ist ein wichtiger Baustein für den Schutz vor sexualisierter Gewalt.

Diese Aufgabe des Kinderschutzes anzunehmen ist Auftrag jedes Einzelnen, der Gesellschaft, der Politik, der Verwaltung und der Justiz.

Wir danken allen treuen und auch künftigen Unterstützern für das beständige Vertrauen in den Fortbestand unserer Arbeit. Ohne finanzielle Hilfe der Gesellschaft ist diese Aufgabe nicht zu erfüllen.

An dieser Stelle gilt insbesondere der Dank jenen Journalist:Innen, die sich im Bereich der Berichterstattung über sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen äußerst verantwortlich zu einer besonders sensiblen und sachlichen Art und Weise verpflichtet sehen.

Koblenz, den 13.07.2021

Der Vorstand des Kinderschutzbundes Koblenz e.V.